SIMORGH

Simorgh ist in der persischen Kultur der mythenumwobene König der Vögel, der in zahlreichen Sagen und Geschichten besungen ist. Eine heilende Kraft hat er im ‘Schāhnāme’ (‘Buch der Könige’) von Firdausi: Der Protagonist Rostam bekommt von seinem Vater Zal noch zwei der ursprünglichen drei von Simorgh gegebenen Federn. Diese sind Gaben, die in grosser Not heilend helfen. Auch Rostam ruft mit einer Feder Simorgh zu Hilfe. Die dritte Feder bewahrt er auf – sie bleibt für zukünftige Generationen erhalten.

In den ‘Vogelgesprächen’ von Attar machen sich, angeführt vom Wiedehopf, die Vögel aller Arten auf die Suche nach Simorgh. Dreissig von ihnen finden ihn, jeder auf seinem individuellen Weg. Und erkennen, dass erst jeder der dreissig Wege zusammen Simorgh erstehen lassen: Dreissig individuelle Vorstellungen eines idealen Wesens manifestieren als Kollektiv die vollkommene Königsfigur.

So ist es mir beim Kreieren und Anfertigen der Simorgh–Blusen gegangen: Am Anfang war das ideal-ideelle Bild eines Kleidungsstückes, das in der Ausgestaltung der Details: Kragen, Manschetten, Saumformen, Applikationen, in der Wahl und Kombination der Stoffe und in der Formgebung, die geometrische Klarheit mit poetischen, von meiner Heimat inspirierten Spielelementen verbindet, ein vollkommenes Gewand hervorbringen soll. War eines davon fertiggestellt – in sich eine vollendete Einheit -, sagte mir das „Urbild“, dass es zwar gefunden, aber noch nicht vollkommen erschaffen ist.

Die gesamte Reihe der dreissig Simorgh – Blusen erst manifestiert, mit der jeweiligen Trägerin, als kollektives Zusammenspiel das vollendete Urbild.

Die meisten der Simorgh-Blusen sind Unikate.